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Zuwanderungsland Österreich?

ich würde gerne eure Meinung zu diesem Thema hören...

http://www.integration-und-arbeit.de/resources/Zuwanderung_Zukunft.gif

Es geht um die Zuwanderung in Österreich.
Hat wer gesagt, Österreich braucht keine Zuwanderung? Das ist falsch.
Der Staat Österreich ist längst schon ein Einwanderungsland für Personen geworden, die ihre Heimat durch Krieg, Hunger, Politik, Religion oder anderen Ursachen verlassen mussten und hier ein neues Leben anfangen haben. Diese Menschen haben Angst vor ihrer Heimat und flüchten weil Sie zum Beispiel verfolgt werden und wandern daher in ein in ein anderes Land ein..
Die Industriellenvereinigung, Grüne, Teile des SPÖ und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) unterstützen naturgemäß diese Position. Die Freiheitlichen und das BZÖ sehen Österreich – wenig überraschend – nicht gar so gern als Zuwanderungsland.
Politiker ignorieren dieses Problem leider allzu oft und geben keine Kommentare dazu.
Als Beispiel dazu ein Blick auf die Statistik. Jeder Dritte Wiener ist im Ausland geboren oder besitzt keine österreichische Staatsüberschaft. Diese Menschen leben in Österreich, bis ihr ihr Asylantrag angenommen wurde.
In Österreich herrscht ein Migrationsanteil von 16,3% (Stand: 2007).
Zuwanderung bedeuted nicht immer etwas schlechtes. Im Vorjahr zum Beispiel reisten 70.000 hochqualifizierte Arbeitskräfte in die EU ein. ArbeiterInnen aus Osteuropa, welche arbeiten wollen sind schon längst hier und machen ihre Arbeit.
Österreich hält an restriktiver Zuwanderungspolitik fest. Der Staat muss sich etwas einfallen lassen, um die Zukunft Österreichs zu sichern, denn ohne Zuwanderung funktioniert unsere Arbeitswelt nicht mehr.
Also was sollen wir tun um diese Situation zu verändern?

Philipp A.

2 Kommentare


hallo,
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ich stimme dir zu, österreich braucht zuwanderung, das werden auch wenige bestreiten.
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allerdings verschwimmen bei dir einige politische forderungen mit den verschiedenen arten der zuwanderung. prinzipiell gibt es drei große hauptgruppen der zuwanderung: arbeitsimigranten, familien(nachzug), und tatsächliche asylsuchende/flüchtlinge.
alle drei haben meiner meinung nach ihr gutes recht hier zu sein. gegen die flüchtlinge (also diejenigen die vor hunger, politk, etc. fliehen), wird dir niemand was sagen, keine partei kann das. (ist auch durch die genfer flüchtlingskonventionen von 1951 geregelt). außerdem stellt die gruppe der flüchtlinge gleichzeitig den geringsten teil der einwanderer dar. so wird dir selbst die harrsche fpö keinen politisch verfolgten einfach so ausweisen wollen........ ok, was die wollen ist wieder ein eigenes thema, aber politisch forderntun sie's nicht ;-)
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auch die hochqualifizierten zuwanderer, die herkommen um zu arbeiten, lernen, ein teil österreichs zu werden wird selten gewettert. in den reden einiger politiker fallen diese dann leider immer mit unklaren bezeichnungen wie "die ausländer" eben mit den wirklich gemeinten zuwanderern zusammen.
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gewettert wird von einigen parteien (und da gibt's neben FPÖ und BZÖ noch ein, zwei die mir einfallen würden) gegen die "faulen" und "asozialen" ausländer, welche sich, kaum sind sie in österreich vom sozialen netz und den braven steuerzahlenden inländern durchfüttern lassen. dass dies in der realität keine frage der ethnie oder nation ist (und das ist das entscheidene!!!), ist im wahlkampf leider oft egal. es fällt einem großen teil der bevölkerung eben immer noch leichter sein eigenes fehlen/mißlingen (woauchimmer) auf das bloße vorhandensein eines sündenbocks zu schieben, als sich selbst verantwortlich zu fühlen (oder evtl. sogar mal unsere politiker dafür verantwortlich zu machen, dass dieses und jenes im land noch nicht so klappt wie man es gerne hätte). das ist meiner meinung nach auch das hauptproblem bei der aktuellen/oder eigentlich andauernden einwanderungsdebatte: die generelle bereitschaft der bevölkerung die schuld für misstände auf "fremde" schieben zu wollen. politik wird sich immer nach der volksmeinung zu richten versuchen (bzw. das vorgeben). solange also immer noch ein großer anteil der österreich auf plumpen ausländerfeindlichen populismus anspringt, wird sich wohl auch am ton nichts ändern.
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prinzipiell geht es eben den zuwanderungs-skeptischen oder zuwanderungs-feindlichen parteien um die besserbehandlung der eigenen staatsbürger (prinzipiell kein übler gedanke, wenn das jedes land machen würde, gäbs ja wenig probleme, und es würden auch wieder nicht soviele aus- u. zuwandern). die FPÖ beispielsweise gibt ganz klar an, dass eine schwächer zuwanderung durch familienpolitische akzente, nach dem bsp. deutschlands, ausgeglichen werden muss (quasi jede familie ein kind mehr und dafür weniger einwanderer). ist meiner meinung nach eine verständliche, aber eben nicht meine meinung (extra menschen machen, und andere ausgrenzen, nur wegen einem pass....pft). dazu bedarf es eben einem bewusstsein, dass die österreichische/europäische kultur und lebensweise als besondere und daher erhaltenswerte betrachtet, und diese natürlich durch zuwanderung bedroht sieht (was sie -wieder meiner meinung nach- nicht ist: keine moschee hat das aussterben der lederhosen zur folge, überspitzt ausgedrückt).
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konklusio: österreichs zukunft kann mit und ohne zuwanderung geschehen. entweder die eigenen leute vermehren sich mehr, und/oder arbeiten länger, oder aber wir lassen einfach mehr leute in unser land, bieten ihnen alle vorteile an, derer sich auch wir erfreuen dürfen und freuen uns über eine multikulturell bunte gesellschaft. achtung: natürlich muss zuwanderung kontrolliert werden, ich meine natürlich nicht blauäugig "wir lassen jeden rein, öffnet die grenzen". außerdem sind gewisse voraussetzungen für ein friedliches zusammenleben natürlich genauso wichtig (bsp.: verständigung-sprache oder anerkennung der österr. gesetze)! ...aber zum thema gelungene migration bräuchten wir gleich wieder einen eigenen blog...
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außerdem solltest du ein wenig aufpassen, die industriellenvereinigung nicht in einem atemzug mit (fast) allen anderen parlamentsparteien zu nennen. (lustig, dass du dafür die ÖVP ausgelassen hast, oder war das gar absicht?)
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mfg, g.
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p.s.: noch was grausliches zum anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=1TNeAPX58aE
super, wie in einem satz gesagt wird: "wir wollen 30% weniger ausländer" und im nächsten über die "illegalen, kriminellen" geredet wird. da ist nichtmal ein satzzeichen nötig in der intonation für hrn. westenthaler.
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p.p.s.: übrigens interessant, dass bei den illegal, kriminellen einwanderern so selten deutsche mitgemeint sind (die keinen kleinen zuwanderer-anteil stellen), zumal die (lt. einem standard-bericht vor -puh ewigkeiten-) die zweitgrößte kriminalitätsrate unter ausländern vorweisen...



hallo,

hier noch, frisch aus der druckerpresse, ein interessanter artikel zum thema: http://derstandard.at/?url=/?id=1231153038570

mfg, g.


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