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Sollte man aus Krisen etwas lernen

Der sogenannte Gasstreit, der in den letzten Tagen erneut die politischen Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine auf eine starke Zerreißprobe stellte und dazu führte, dass ein Teil der Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie einige der momentanen Beitrittskandidaten wie zum Beispiel Serbien für einige Tage kein Gas aus Russland erhielten, was wiederum zu einer unangenehmen Situation führte, da in manchen Ländern Europas derzeit Temperaturen von bis zu minus 24 Grad herrschen und sich manche von ihnen aufgrund mangelnder Speicherkapazitäten oder vielleicht sogar versäumter Gelegenheiten nicht in der Möglichkeit sahen, die Bevölkerung sowie die momentan ohnedies geschwächte Industrie mit dem notwendigen Erdgas zum Heizen und Betreiben der Fabriken zu versorgen. Seit Samstag, dem 10. Jänner 2009 steht fest, dass sich die beiden Länder, von denen das Problem aufgrund einer bereits Jahre lang existierenden Diskussion um den steigenden Preis für das von der Ukraine verwendete Erdgas und der finanziellen Verbindlichkeiten der Ukraine gegenüber Russland ausgeht, zumindest vorrübergehend geeinigt haben und der verstaatlichte russische Konzern Gasprom wieder Erdgas durch die Pipelines zu schicken bereit ist, vorausgesetzt, dass die von der Europäischen Union versprochenen Beobachter, die dazu verpflichtet wurden, die Einhaltung der Verträge und eine funktionierende Erdgaslieferung nach Europa zu überwachen, die ihnen zugeteilten Positionen in Russland und der Ukraine einnehmen. Dies soll laut der Europäischen Union spätestens am Montag, dem 12. Jänner passieren. Erst dann wird die Lieferung des Erdgases durch Gasprom wieder aufgenommen. Aufgrund der Tatsache, dass Europa bereits eine Woche kein Gas mehr von Russland bezog, wird es dann jedoch noch 3 Tage dauern, bis die komplette Fördermenge, die Europa jeden Tag braucht, um Haushalte und Konzerne mit dem vereinbarten Gas zu versorgen, auch tatsächlich die Abnehmer erreicht, da es inzwischen zu einem Druckabfall in den Rohrleitungen gekommen ist. Somit scheint das Problem zumindest bis nächstes Jahr ad acta gelegt sein, doch die Frage ist, ob es für Europa nicht notwendig ist, aus der beigelegten Krise die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, denn erst vor ca. drei Jahren kam es aufgrund einer ähnlichen Diskussion zwischen der Ukraine und Russland zu einem Druckabfall in den Rohrleitungen, da Russland sich weigerte, einem Kunden, der für das erhaltene Erdgas zu zahlen nicht bereit zu sein schien, weiterhin das notwendige Gas an den Kunden zu liefern. Es ist somit wahrscheinlich zu vermuten, dass es in einiger Zeit abermals zu einem Streit zwischen diesen beiden Ländern kommen wird und Europa auch diesmal für einige Tage ohne Erdgas da steht. Europa erhält immerhin bis zu 40 Prozent seines Gases von Russland und ist somit von einer funktionierenden Infrastruktur abhängig. Es wird wohl zu überlegen sein, ob man die benötigten fossilen Brennstoffe nicht eher aus anderen Ländern beziehen sollte, welche sich hoffentlich verlässlicher als Russland erweisen. Natürlich würde dies eine Menge Geld verschlingen, Geld, dass in diesem Zeitpunkt von vielen Statten der Union dafür aufgewendet wird, um eine Rezession bezüglich der Wirtschaft so gut es geht zu verhindern. Außerdem wäre damit nur ein Teil des Problems gelöst, denn in Wahrheit sollte man sich die Frage stellen, welche Möglichkeiten man außer Erdöl, welches hauptsächlich von sieben Staaten der Erde geliefert wird, Kohle und Erdgas sowie dem aufgrund der Entsorgung zutiefst umstrittenen Uran sonst noch hat, um die auf Energie angewiesenen Staaten zu versorgen. Derzeit werden nur rund 4,5 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs durch Gewinnung von Strom aus Wind und Wasserkraftwerken gewonnen. Viele der Methoden, an denen momentan geforscht wird, sind zwar in kleinem Umfang bereits getestet worden, jedoch wurde noch kein Versuch unternommen, ein größeres Projekt zu versuchen, da diese Möglichkeiten noch als zu unsicher gelten. Eine solche Möglichkeit wäre zum Beispiel die Gewinnung von Energie aus Wasserstoff, welcher aufgrund der unglaublichen Wassermenge in den Meeren in fast unendlicher Masse gewonnen werden könnte. Ein einziges Kilogramm an Wasserstoff in einem Kernreaktor würde etwa so viel Energie produzieren wie es bei der Verbrennung von 11.000 Tonnen Kohle passiert. Auch die vermehrte Nutzung von Sonnenenergie wäre wohl zugunsten der Umwelt zu überlegen. Das Problem liegt momentan in der Tatsache, dass all diese Ideen entweder noch zu unausgereift sind, um sie auch wirklich in die Tat umzusetzen oder Unmengen an Geld dafür notwendig wären. Bleibt nur noch zu hoffen, dass es der Menschheit möglichst bald gelingt, eine Alternative für die momentan verwendeten Brennstoffe zu finden, denn ansonsten kommt es zu Problemen mit Rohstoffengpässen, die sich nicht mehr so leicht bewältigen lassen werden.

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