Zwischenkriegszeit
Definition
Unter dem Begriff „Zwischenkriegszeit“, auch Interbellum genannt, versteht man die Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg in Europa.Sie begann mit dem 11. November 1918, an dem der erste Waffenstillstand von Compiègne verkündet wurde, und endete mit dem Beginn des deutschen Überfalls auf Polen am 1. September 1939.
Entstehung neuer Staaten/territoriale Veränderungen
Anschluss an das Deutsche Reich
Die Absicht, sich Deutschland anzuschließen, lag im November 1918 hauptsächlich im Zweifel an der Existenzfähigkeit des Kleinstaates Österreich begründet.
Die Unterzeichnung des Vertrages von St. Germain im September 1919 machten jede weitere Diskussionen über einen Zusammenschluss zwischen Österreich und Deutschland überflüssig. Der Vertrag verlangte Österreich einen Verzicht auf die Vereinigung mit Deutschland ab. Hinzu kam die Enttäuschung über die territorialen Bestimmungen des Vertrages. Man musste sich mit dem Verlust Südtirols, Deutschböhmens, der deutsch besiedelten Teile Südmährens und des Sudetenlandes abfinden.
Kärnten
Das Ende des Krieges bedeutete zugleich das Ende für das alte Herzogtum Kärnten.
Am 1. Dezember 1918 wurde das SHS-Königreiche (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen) gegründet.
Aufgrund der Abkommen im Friedensvertrags kam das Kanaltal an Italien, das Mießtal, Unterdrauburg und die Gemeinde Seeland (Kankertal) an das SHS-Königreich – was für Kärnten den Verlust von immerhin 8 % des Territoriums und 6 % der Bevölkerung bedeutete. Für den Verbleib Südkärntens wurde eine Volksabstimmung festgelegt.
Die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 ergab bei einer fast 100%igen Wahlbeteiligung, dass die Mehrheit der Bevölkerung (59,04 %) für einen Verbleib Kärntens bei Österreich stimmte.
Tirol
Als Folge des Friedensvertrages von St. Germain kam es zu einer Spaltung des Bundeslandes Tirol. Der Teil südlich des Brenners (Südtirol) fiel an Italien.
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Vorarlberg
Am 11. Mai 1919 fand in Vorarlberg eine Volksabstimmung zur Einleitung von Verhandlungen über den Beitritt zur Schweiz statt.
Der Anschluss scheiterte jedoch am mangelnden Durchsetzungsvermögen der Befürworter in Vorarlberg und in der Schweiz
Burgenland
Da Österreich bereits deutschsprachige Gebiete wie zum Beispiel Südtirol verloren hatte, sprach man Österreich bei den Verhandlungen von Saint Germain die Gebiete Preßburg, Wieselburg und Eisenburg, welche damals Teile Westungarns waren, zu.
Die wirtschaftliche Entwicklung der 1. Republik
Es gibt fünf Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung der 1. Republik.
1. Die Frage der Überlebensfähigkeit
Hier galt die ganze Aufmerksamkeit der Industrie und der Landwirtschaft2. Die Frage der Inflation bis hin zu den Genfer Protokollen
Diese Phase wird auch „Nachkriegsinflation“ genannt und war von 1918 – 1922.Sie hatte verschiedene Merkmale wie z.B. das steigende Preisniveau,… Wie bereits oben erwähnt ging dieser Abschnitt bis zu den Genfer Protokollen 1922.
GENFER PROTOKOLLE
Die Genfer Protokolle waren als Österreichische Bundesfinanzierung gedacht.Ignaz Seipl sprach vor dem Völkerbund in Genf um Hilfe für Österreich zu fordern.
Die Protokolle wurden von Italien, Frankreich, England, Tschechoslowakei und Österreich am 4. Okt. 1922 unterzeichnet.
Insgesamt waren es drei Protokolle. Im ersten ging es um die politische Garantie und im zweiten und dritten handelte es sich um die wirtschaftliche & finanzielle Frage.
3. Die Frage der Erholung der Wirtschaft bis hin zur Weltwirtschaftskrise
Diese Phase wird auch „Währungsstabilisierung bis zur Weltwirtschaftskrise“ genannt und war zwischen 1922 – Okt. 1929. In dieser Phase versuchte man sich näher an den europäischen Trend anzulehnen. Somit stieg alles an: BIP, Ausfuhr, Produktion, usw.?
4. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise
o Arbeitslosigkeito Inflation
o Bankzusammenbrüche
o Produktionsrückgänge
o Radikalisierung der Politik
o Preisverfall der Agrarprodukte,…
5. Die langsame wirtschaftliche Erholung der Krise
1936 gab es ein dt.-österreichisches Abkommen, in welchem folgendes beschlossen wurde:o Zulassung „gewisser“ dt. Zeitungen
o Amnesti für alle verurteilten Nazis
o Anerkennung der Selbstständigkeit Österreichs,…
LAUSANNER VERTRÄGE
Diese Verträge unterschrieb Engelbert Dollfuß 1933, da Österreich die Schulden ans Ausland zurückzahlen musste. Die Bedingungen dieser Verträge waren Steuererhöhung, Einsparungen des Bundes & der Bundesbahn, Auslandsverbot und keine Angliederung ans dt. Reich!Außenpolitik
Neuorientierung
1922: Geburt des Faschismus in Italiender italienische Weg
1930: Korneuburger Eid1933: Treffen in Riccione
1934: Römische Protokolle
1935: VB-Sanktionen
der deutsche Weg
11.7.1936: Juliabkommen12.2.1938: Berchtesgadener Abkommen
12.3.1938: Einmarsch der dt. Truppen
10.4.1938: Volksabstimmung – Anschluss an das dt. Reich
Innenpolitik
1918 Heimwehr, Republikanischer Schutzbund, Frontkämpferverband
1926 Linzer Parteitag der Sozial Demokraten
1927 Von Schattendorf zum Justizpalast
1930 Korneuburger Eid der Heimwehr
1933 Auflösung des Parlaments
1934 Bürgerkrieg
1934 „Naziputsch“
1938 Berchtesgadener Abkommen (Treffen von Kurt Schuschnigg und Adolf Hitler)
1938 Einmarsch der dt. Truppen
1938 Volksabstimmung
Der Machtbeginn Adolf Hitlers in Österreich
Am 12. Februar 1938 traf Adolf Hitler den österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und diktierte ihm eine Vereinbarung, die das Verbot der österreichischen Nationalsozialisten aufhob.
Die Voraussetzung für eine nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich war somit gegeben.
So geschah es, dass Hitler am 12. März 1938 den Befehl zum Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich geben konnte.
Hitlers Weltanschauung
Hitlers Weltanschauung beschränkte sich auf die Rassenlehre, den Antisemitismus und das nationalistische Denken.
Sein größter Hass galt aber den Juden.
(Ebenso ein großer Hass gegen Priester, Sozialdemokraten und Habsburger, jedoch nicht so stark ausgeprägt wie der Antisemitismus).