Open Government

Definition

Unter Open Government versteht man ganz allgemein den Versuch, Politik und Verwaltung für die Bevölkerung zu öffnen. Unter einer solchen Öffnung versteht man den Wunsch zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den Menschen eines Landes. Dies kann beispielsweise zu mehr Transparenz, aber auch zu einer vermehrten Teilhabe der Bevölkerung führen, die nicht nur bei Wahlen zum Ausdruck kommen kann. Wichtige Grundpfeiler von OpenGovernment sind demnach:

  • Transparenz
  • Kommunikationswege, welche für alle zugänglich sind und
  • Partizipation seitens der Bürgerinnen und Bürger.

Geschichte

Prinzipiell kann OpenGovernment auf folgende Leitfragen zurückgeführt werden: Wie möchte ich mit meiner Bevölkerung umgehen? Wie möchte ich sie in die Vorgänge des Staates mit einbinden? Traue ich meinen Bürgerinnen und Bürgern zu, ein Teil der Verwaltung und Organisation des Landes zu sein?

Die Ursprünge von OpenGovernment können in ihrer simpelsten Form, nämlich dem Wunsch der Bürger zu mehr demokratischer Teilhabe und Einbezug in die Verwaltung des Staates, bis zur Zeit der Aufklärung zurückverfolgt werden. So sind zum Beispiel Errungenschaften des 18. Jahrhunderts wie die freie Presse (im Gegensatz zur staatlichen Presse) in weiten Teilen Europas Beispiele wie Ideen zur Öffnung des Staates Früchte tragen.
Moderne Gesellschaften, unter anderem bedingt durch den Aufschwung der Web 2.0-Technologien (Social Media), können sich einer Zusammenarbeit mit der eigenen Bevölkerung nur mehr schwer verweigern. Durch das Internet haben die Bürger und Bürgerinnen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Informationen.

Open Government in der Praxis


Stellt euch eine Stadtregierung vor, die beschlossen hat, speziell vorgesehene Hundezonen in öffentlichen Parks einzurichten. Damit die Stadtbevölkerung davon etwas mitbekommt, kann die Regierung die Verordnung in der eigenen Stadtzeitung oder direkt in den Parks sichtbar machen.
Eine andere Möglichkeit, und hier kommt der Aspekt des Open Governments zu Tage, besteht darin, die Angaben zu den Hundezonen (Ort, Größe, etc.) in Daten umzuwandeln und diese online im Internet zu veröffentlichen.

Bild

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Hier ist bereits der erste Schritt getan, um die Transparenz innerhalb der Politik zu fördern. Gesetze, Entscheidungen oder Verordnungen, die vormals hinter verschlossenen Türen aufbewahrt wurden, sind nun der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Was mit den Daten später geschieht, kann die Bevölkerung selbst entscheiden. Ein Beispiel wäre etwa die Daten für eine Applikation heranzuziehen, die dann von der Bevölkerung auf Smartphones installiert werden kann.

Die USA und Großbritannien haben beispielsweise schon OpenGovernment-Initiativen gestartet. So verabschiedete US-Präsident Barack Obama beispielsweise 2009 das Memorandum „Transparency and Open Government“, indem er die Regierung zu mehr Transparenz und Zusammenarbeit mit der Bevölkerung verpflichtet. Allerdings fiel diese Initiative 2011 den Sparmaßnahmen der USA zum Opfer und das Etat der Stelle „Open Government“ wurde um 35Millionen auf 8Millionen US-Dollar gesenkt. Österreich lässt noch auf sich warten, aber die Website www.open3.at ist bereits mit interessanten Grafiken ausgestattet.

Grundsätze von Open Government


  • Vollständigkeit: Alle Daten sollen verfügbar gemacht werden und sollen keinen Einschränkungen unterliegen.
  • Primärquelle: Daten sollen nicht erst modifiziert weitergegeben werden. Das heißt, dass sie „unberührt“ für den weiteren Gebrauch zugänglich gemacht werden sollen.
  • Zeitnah: Daten sollen auf dem neuesten Stand sein, damit die Verwertung „realitätsnah“ ist.
  • Zugänglich: Daten sollen allen NutzerInnen für möglichst viele Verwendungszwecke zur Verfügung gestellt werden.
  • Maschinenlesbar: Daten werden strukturiert zur Verfügung gestellt.
  • Nicht diskriminierend: Daten sollen für alle zugänglich sein, ohne sich dafür registrieren zu müssen.
  • Nicht propietär: Daten werden in standardisierter Form bereit gestellt, über die keine Person die alleinige Kontrolle hat.
  • Lizenzfrei: Daten sind frei zugänglich und unterliegen keinen Urheberrechtsbestimmungen.


Schaut doch mal auf die Websites und postet hier eure Meinung! Was haltet ihr davon?

Quellen



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Seite zuletzt geändert: am Dienstag, 10. Dezember 2013 11:12:21 von CM.

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